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Geborgenheit |







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Lieber Frieder
Als eine der Vertrauensleute des Kirchenvorstandes wird mir heute die Ehre zu Teil, ein Grußwort, ein Dankeswort zu deiner Verabschiedung aus dem Lektorendienst an dich richten zu dürfen.
In deinem Fall ist das ja nicht nur eine Pflichtaufgabe meines Amtes, sondern auch eine besondere Ehre und eine Herzensangelegenheit. Denn uns verbinden ja nicht nur diverse Ehrenämter in unsrer Kirche. Uns verbindet ja auch ein inniges familiäres Band. Du bist und bleibst halt mein Lieblingsonkel.
Jetzt hat man aber nun nicht alle Tage einen Abschied aus einem 50jährigen Ehrenamt. Und somit konnte ich mich auch nicht an einem Vorgänger-Grußwort orientieren. Es gibt praktisch keinen Präzedenzfall, was man bei so einer außergewöhnlichen Gegebenheit so sagt.
Aber das ist nicht schlimm, ich werde einfach mein familiäres Insider Wissen nutzen. 50 Jahre Lektorendienst.
Wenn man dich so ansieht, dann möchte der eine oder die andere denken, Du hast wohl direkt nach deiner Konfirmation damit angefangen.
Aber unsere Pfarrerin hat es ja schon verraten. Mit 75 gibt man normalerweise dieses Amt aus den Händen. Du hast noch einmal 5 Bonusjahre drangehängt. Das heißt, als du am 2. Advent 1975 dein Amt angetreten hast, hattest du gerade erst deinen 30. Geburtstag hinter dir. Wie sah das also aus damals, wie muss man sich deine Situation vor 50 Jahren vorstellen? Ich war zwar noch ein Kind, aber an einiges kann ich mich noch gut erinnern.
Du warst damals keineswegs von Langeweile geplagt und hast händeringend nach irgendeinem Hobby gesucht, dass deine viele Freizeit ausfüllt. Im Gegenteil. Du warst Vollzeit im Schuldienst an der Hauptschule in Wilhermsdorf. Du hast im Nebenberuf das Grabstein-Geschäft deiner Familie weiter geführt. Und du warst in den Markt Erlbacher Vereinen aktiv, wie kaum ein anderer. Du warst im TSV, Fußball, Tischtennis, du warst bei den Cones, und all das auch immer mit Führungspositionen und in Vorstandsämtern. Du warst im Schützenverein, und irgendwann sind auch noch Kirchenchor und Kommunalpolitik dazu gekommen. Du warst einer der aktivsten jungen Männer, und einer der begehrtesten Junggesellen des Ortes.
Dass jemand mit so viel zeitlicher Auslastung und so vielen Vereinsaktivitäten noch das Lektorenamt dazu nimmt, spricht Bände.
Es zeigt die Priorität, die dein Glaube immer schon in deinem Leben hatte. Über die Jahre hat sich dann natürlich vieles verändert. Du hast geheiratet, Frau und 3 Kinder sind dazu gekommen, du hast ein Haus gebaut, inzwischen sind 5 Enkelkinder zur Familie dazu gekommen. Logisch, dass sich die Prioritäten, was das Vereinsleben anbetrifft, verschoben und verändert haben. Weniger Fußball, mehr Tischtennis, weniger Cones natürlich, dafür mehr Kirchenchor und Kommunalpolitik.
Aber eine Konstante ist geblieben, bis heute. Das Lektorenamt. Du bist durch und durch ein Mann, der zu seinem Wort steht, aber der eben auch zu Gottes Wort steht.
Man spürt es dir ab, und du sagst es auch weiter, dass dich SEIN Wort in deinem Leben führt und trägt, auch in manchen schweren Zeiten, auch die gab es natürlich. Und das haben auch deine Gottesdienst Besucher gespürt und geschätzt. Du hattest ja eine richtige Fangemeinde, die dir zu den Gottesdiensten hinterher gefahren ist.
Die Gottesdienste, die Du gehalten hast, sind ja eigentlich recht fest vorgegeben, und dennoch hast Du es geschafft, sie immer zu Deinem Gottesdiensten zu machen.
Wer dir zuhört merkt, der Mann meint, was er sagt, er glaubt, was er liest und er lebt, was er glaubt. Und das mit ungeteiltem Herzen.
Lieber Frieder, Dass Du nach 50 Jahren in Lektoren-Rente gehst, ist mehr als verständlich und gleichzeitig mehr als bedauerlich. Du wirst in diesem Amt sehr vermisst werden, und das ist ja nun eigentlich das größte Lob.
Vielen Dank für 50 Jahre Gottesdienste mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele, für 50 Jahre kompromissloses Engagement in diesem doch wirklich sehr besonderen Ehrenamt.
Wir wünschen dir, dass Du Dich auch weiterhin so zu und unter Gottes Wort stellst, und ich weiß, dass das so sein wird. Auch wenn Du nicht mehr im Lektoren Amt bist, so bist und bleibst Du doch weiterhin ein Kind und ein Mann Gottes. Ursula Bien |
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1.Weihnachts-Feiertag mit Verabschiedung von Lektor Fritz Riffelmacher |









Ein Blick in die Vergangenheit!! Damals waren es 40 Jahre
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Bilder: Lee Pheng Hadlich, Johanna Schröter, Hiltraud Weghorn |
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FLZ 29.12.2025 |